Osteopathie bei Hund und Katze
Die Osteopathie bildet seit vielen Jahren den Schwerpunkt meiner tierärztlichen Tätigkeit.
Im Mittelpunkt steht die funktionelle Untersuchung des gesamten Patienten. Dabei beschränkt sich Osteopathie nicht ausschließlich auf Gelenke, Wirbelsäule und Muskulatur. Je nach Fragestellung werden auch Faszien, viszerale Strukturen und funktionelle Zusammenhänge des Nervensystems in die Untersuchung und Behandlung einbezogen.
Ziel ist es, Funktions- und Bewegungseinschränkungen zu erkennen, ihre mögliche Bedeutung für das Beschwerdebild des Patienten einzuordnen und – soweit sinnvoll – mit individuell ausgewählten osteopathischen Techniken zu behandeln.
Was wird osteopathisch untersucht?
Die osteopathische Untersuchung kann unterschiedliche funktionelle Bereiche einbeziehen:
- Gelenke, Wirbelsäule und Muskulatur
- Faszien und Bindegewebsstrukturen
- funktionelle Zusammenhänge des peripheren Nervensystems
- Mobilität und Spannungsverhältnisse viszeraler Strukturen und ihrer Umgebung
- Kompensationsmuster innerhalb des Bewegungsapparates
Dabei wird ein Befund nicht isoliert betrachtet. Entscheidend ist, ob und in welchem Zusammenhang er für die Beschwerden oder die Funktion des jeweiligen Patienten relevant sein könnte.
Ablauf der Untersuchung
Zu Beginn erfolgt eine ausführliche Anamnese. Neben den aktuellen Beschwerden berücksichtige ich auch frühere Erkrankungen und Verletzungen, vorhandene Diagnosen und – bei Sport- und Arbeitshunden – die individuelle Belastung und sportartspezifischen Anforderungen.
Anschließend erfolgt die tierärztliche und osteopathische Untersuchung.
Bereits vorhandene Befunde wie Röntgen-, CT- oder MRT-Untersuchungen sowie orthopädische, neurologische oder internistische Diagnosen werden in die Beurteilung einbezogen.
Bei Hunden wird zusätzlich eine objektive Ganganalyse mit CanidGait® durchgeführt, um Belastungsasymmetrien messbar zu erfassen und Veränderungen im Verlauf zu dokumentieren.
Die osteopathische Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach den individuellen Befunden des Patienten.
Dabei kommen unterschiedliche manuelle osteopathische Techniken zum Einsatz. Welche Strukturen behandelt werden und welche Technik sinnvoll ist, hängt unter anderem von Alter, Erkrankungen, Beschwerden und Reaktion des Tieres auf die Behandlung ab.
Nicht jeder festgestellte Befund muss behandelt werden – und nicht jede Erkrankung oder Bewegungsauffälligkeit ist osteopathisch beeinflussbar.
Wann kann eine osteopathische Untersuchung sinnvoll sein?
Mögliche Gründe für eine Vorstellung sind beispielsweise:
- Bewegungsauffälligkeiten oder wiederkehrende Lahmheiten
- Steifheit und Einschränkungen der Beweglichkeit
- funktionelle Probleme bei bekannten orthopädischen Erkrankungen
- Beschwerden oder Kompensationen nach Verletzungen und Operationen
- Veränderungen der Leistungsfähigkeit bei Sport- und Arbeitshunden
- auffällige Bewegungsmuster oder Probleme bei bestimmten Bewegungen
- funktionelle Veränderungen bei älteren Patienten
Auch bei komplexen Beschwerdebildern können osteopathisch relevante Funktionsstörungen zusätzlich zu einer bereits diagnostizierten Grunderkrankung vorhanden sein.
Besondere Schwerpunkte
Sport- und Arbeitshunde
Die osteopathische und sportmedizinische Betreuung von Sport- und Arbeitshunden ist ein besonderer Schwerpunkt meiner Praxis.
Mehr über Sport- und Arbeitshunde →
Welpen und Zuchthündinnen
Auch die osteopathische Betreuung von Welpen und Zuchthündinnen gehört zu meinen besonderen Tätigkeitsschwerpunkten.
Mehr über Welpen und Zuchthündinnen →
Osteopathie und tierärztliche Diagnostik
Osteopathie ersetzt keine notwendige medizinische Diagnostik oder Therapie.
Bei akuten oder ausgeprägten Lahmheiten, neurologischen Auffälligkeiten, starken Schmerzen oder dem Verdacht auf eine strukturelle oder internistische Erkrankung ist eine entsprechende Abklärung erforderlich.
Ergeben sich während meiner Untersuchung Hinweise auf eine Erkrankung, die weiterführend diagnostiziert oder durch einen anderen Fachbereich behandelt werden sollte, empfehle ich die entsprechende Vorstellung beim Haustierarzt, in einer Tierklinik oder bei spezialisierten Kolleginnen und Kollegen.
Umgekehrt können auch bei bereits diagnostizierten Erkrankungen zusätzliche funktionelle Einschränkungen bestehen, die osteopathisch mitbehandelt werden können.
Mein Behandlungsansatz
Für mich steht nicht die Anwendung einer bestimmten Technik im Mittelpunkt, sondern der individuelle Patient.
Mein Ziel ist es, tierärztliche Untersuchung, fundierte anatomische und funktionelle Kenntnisse sowie langjährige osteopathische Erfahrung miteinander zu verbinden und gleichzeitig zu erkennen, wann andere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen erforderlich sind.